Hier sehen Sie ein paar Beispiele von schlecht geschnittenen Hochstamm Obstbäumen. Solche gibt es viel zu viele auf den Feldern und auch in den Hausgärten.
Falls Sie Ihren Baum unten erkennen, dann möchten wir Sie bitten dies nicht persönlich zu nehmen. Aber Ihre Teilnahme an einem unseren Schnittkurse dürfte Ihren Bäumen gut tun.

Oberbaselbiet (2014)

Bei einer Wanderung durchs Oberbaselbiet (von Häfelfingen nach Rünenberg) Anfang April 2014 sind diese ausserordentlich schlecht geschnittenen Bäume ins Auge gestochen
Man kann nur hoffen, dass die Baumbesitzer keine Direktzahlungen bekommen. Das wäre eine Verschwendung von Steuergeldern.

An diesen Bäumen kann man keine Leiter anstellen ohne Angst zu haben zu verunfallen oder die Bäume noch mehr zu schädigen. Früchte gibt es nur in guten Obstjahren und nur von minderer Qualität, und weil man keine Leiter stellen kann, kann man sie nicht ernten. Diese Bäume werden dadurch anfällig für Krankheiten sein, wie Monilia und Schorf und stellen eine Gefahr für alle gesunden Bäume in der Nähe dar.

Das einzig Positive ist, dass die Bäume noch relativ jung sind und im gekonnten Schnitt über mehrere Jahre nacherzogen werden könnten. Finanziell dürfte sich die Sache aber nicht auszahlen.

  

Keine Erziehung, keine Leitäste, oben total überbaut. Wie soll man hier eine Leiter anstellen. Obwohl frisch geschnitten, sieht keine erziehende Hand. Ein "Flegelbaum". Der Baumpfleger, welcher dies zu verantworten hat versteht sein Handwerk nicht und hat seinen Lohn nicht verdient.

Auch dieser Apfelbaum, ist für sein jugendliches Alter schon völlig vergreist, da es versäumt wurde eine Lichte Krohne mit starken Fruchtästenaufzubauen.

Laufen beim Gymnasium (2014)

Wenn man Beispiel von schlecht geschnittenen Bäumen sehen will muss man nicht weit reisen. In Laufen beim Gymi hat es ein paar "Paradebeispiele". Gesehen im April 2014.

Keine Leitäste erzogen, die oberen Äste decken die unteren ab. Es dringt kein Licht in die Krohne. In einem guten Obstjahr gibt es viele, kleine, minderwertige Früchte. Eine Leiter anstellen bedeutet ein Unfallrisiko.

Keine Leitäste, dafür zwei Mitteltriebe, die sich kokurrieren. Der Baum ist am vergreisen.

Breitenbach (im Winter 2016)

Auf einem Spaziergang von Breitenbach nach Zwingen sind diese Bäume ins Auge gestochen.

 

Dieser Baum ist zuerst einmal zu gross für das Grundstück. Ein Niederstammbaum wäre dem Grundstück angemessener gewesen.
Dadurch kann der Baum auch nicht anständig erzogen werden. Schade um den Baum.
Damit dieser Baum nicht zu viel Platz einnimmt muss man den Baumm immer wieder stutzen. Dadurch wird nur
das Holzwachstum angeregt und der Baum wird nie richtig in Ertrag kommen unds wird nur wenige Früchte geben.
Der Baum hat zwei starke Mitteltriebe (roter Pfeil). Dadurch wird der Baum vor allem oben wachsen und die unteren Äste
werden verkümmern. Das macht die Ernte noch mühsamer.

Dieser Baum hätte genügend Platz. Leider wurde eine konsequente Erziehung mit 3-4 starken Leitästen versäumt.
Auf dem Baum hat es viel altes, vergreistes Holz, das runterhängt und am absterben ist. Das stärkste Wachstum (nach oben)
findet auf dem oberen Ästen statt. Dort hat es viele Wasseschosse. Dadurch wird dieser Baum noch stärker im oberen Bereich wachsen.
Falls es dort Früchte gibt, werden diese eher klein sein und nur sehr schwer zu ernten sein.

Eigentlich könnte man meinen, dass dies ein schön geschnittener Apfelbaum sei. Er hat eine schöne pyramidale Form,
die Äste wachsen flach und sind regelmässig in aller Richtungen verteilt. Das Problem ist nur, wie stellt man hier die Leiter, damit man ernten und den Baum schneiden kann? Es besteht Unfallgefahr.
Diese Art von Form wäre OK wenn es sich dabei nicht um einen Hochstamm- sondern um einen Niederstammbaum handeln würde.
Ein Hochstämmer sollte eine starke Mitte mit 3-4 Leitästen haben, an welchen es Flache Fruchtäste hat welche mit schwach wachsendem Fruchtholz garniert sind. Der Baum wurde vor kurzem geschnitten, überall wurden Äste relativ zurück geschnitten, auch schwache Äste, welche Früchte tragen könnten. Es ist damit zu rechnen, dass dies zur Bildung von starken Ständertrieben führt, welche dazu führt, dass zuwenig Luft und Licht in den Baum eindringen kann, was den Baum anfälliger für Krankheiten macht.

Hier der Beweis. Derselbe Baum im Sommer darauf:


Der Baum hat fast keine Früchte, sondern nur Holztriebe gemacht. Diesen Baum könnte man innerhalb von 2-3 Jahren auf
eine Oeschbergkrohne umstellen. Keine einfache Aufgabe, aber möglich wäre es, wenn man einen kundigen Baumwärter beizieht.