Ein Obstbaum ist eine langfristige Investition. Vor allem Hochstammbäume kommen erst nach ca. 10 Jahren so richtig in den Ertrag. Darum sollte man sich gründlich überlegen welche Sorte man pflanzen will und ob es ein Hochstamm- oder Niederstammbaum sein soll.

Hochstamm oder Niederstamm

Im Hausgarten sollte man einen Hochstamm nur dann pflanzen, wenn man ein grosses Grundstück hat, wo der Baum sich wirklich entfalten kann und wenn man es auch versteht den Baum entsprechend zu pflegen. Auch kann es frustrierend sein, zu warten bis der Ertrag einsetzt. Daher macht es im Hausgarten in den meisten Fällen Sinn auf Niederstammbäume zu setzen. Diese haben folgende Vorteile:

  • Ertrag gibt es schon nach 1-2 Jahren
  • Anstelle eines grossen Baumes können mehrere kleine Bäum angebaut werden. Das gibt mehr Abwechslung auf dem Obstspeiseplan
  • Der Schnitt ist viel einfacher
  • Pflanzenspritzungen sind, falls nötig, einfacher durchzuführen

         
Niederstamm Zwetschge nach 2 Jahren voller Blütenknospen         Ein Redlove Apfelbaum, ohne Probleme nahe beim Haus zu pflanzbar

Wenn man das Glück hat ein Stück Obstwiese zu besitzen, dann kann man die Pflanzung von Hochstammbäumen ins Auge fassen. Man muss sich aber im Klaren sein, dass diese Bäume einiges an Pflege benötigen und wenn sie nach 10-20 Jahren so richtig im Ertrag sind, muss man die Früchte auch verwerten (Direktverkauf, Mosten, Brennen) können. Gerade Kirschen muss man zur Reifezeit unbedingt pflücken, damit sich keine Krankheiten ausbreiten können.

Die Qual der Sortenwahl

Wenn man weiss welche Art von Baum man will, dann kann man sich daran machen die Sorten auszusuchen.

Wichtig ist, dass man darauf achtet, dass es in der Nähe des Pflanzplatzes eine geeignete Befruchtersorte gibt, oder dass man eine selbstfruchtbare Sorte wählt (nicht möglich bei Äpfel und Birnen). Es ist auch möglich eine 2. Sorte auf einen Baum zu pfropfen, welche die Befruchtung garantiert.  Auch sind nicht alle Sorten als Hoch-, bzw. Niederstamm erhältlich. Eine gute Baumschule kann hier wertvolle Beratung liefern.

Die eigentliche Sortenwahl ist dann im wahrsten Sinn Geschmackssache. Wobei, bei den Äpfeln macht es eigentlich keinen Sinn eine Erwerbssorte wie Gala, Braeburn, Golden Delicious, Pink Lady etc. zu setzen. Erstens sind diese sehr aufwändig in der Pflege und zudem das ganze Jahr im Laden in hoher Qualität verfügbar. Besser ist es eine alte, seltenere Sorte zu pflanzen oder eine neuere, resistente und pflegeleichte Sorte. Folgende Internet Quellen können bei der Auswahl helfen:

Viele alte Sorten, z.B. Gravensteiner, Cox Orange, Berner Rosen oder Goldparmäne sind relativ anfällig für Krankheiten wie Schorf oder Monilia. Damit die Bäume gesund bleiben, müssen Behandlungen mit Pflanzenschutzmitteln gemacht werden.